Wirtschaftsforscher Sinn: Deutschland wäre ohne Euro besser dran

| 2. Januar 2012 | 11 Kommentare

Berlin (UZ) – Für den Chef des bundesdeutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo), Professor Hans Werner Sinn ist „das Euro-Experiment“ gescheitert.

In Interviews mit mehreren deutschen Medien rechnet Sinn zwar mit einem technischen Überleben des Euro als wahrscheinlichstes Zukunftsszenario, gleichzeitig ist für ihn aber auch das Ausscheiden einzelner bisheriger Euroländer wie Griechenland oder Portugal durchaus realistisch. Und im Reuters-TV bekannte er: „Wir sind in einer wirklich existenziellen Krise des Euro. Solch eine Krise haben wir in der Nachkriegszeit noch nicht gesehen.“

Euro-Bilanz ist 10 Jahre nach Einführung bescheiden

aInsgesamt ist für den deutschen Ökonomen die 10-Jahres- Euro-Bilanz sehr bescheiden. Sinn hält die Befürchtungen der ursprünglichen Euro-Gegner für durchaus eingetreten. Deren Vorhaltehätten sich „in Schärfe und Intensität“ bewahrheitet. „Vorläufig“ hält Sinn den Euro als Gemeinschaftswährung noch für sicher. Aber auch ein Zerbrechen steht durchaus auf der Zukunftsskala der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. In diesem Zusammenhang hält Sinn auch den Ankauf von Staatsanleihen südlicher krisengeschüttelter Euroländer durch ökonomisch potente Staaten wie Deutschland und Österreich für falsch. Wörtlich bezeichnet Sinn dies als „Scheinlösung, die im Moment Ruhe schafft und auf Dauer unseren Kindern die Rückzahlungslasten auferlegt.“

Deutschland wäre auch mit D-Mark gut gefahren

Die deutsche Wirtschaft zählt Professor Sinn nicht zu den Gewinnern der Euro-Einführung. Ohne Euro und mit der traditionell starken D-Mark hätte es eine deutlich stärkere Binnenkonjunktur gegeben. Folge wären höhere Gehaltssteigerungen für die Arbeitnehmer gewesen. Vor allem die Arbeitslosigkeit wäre bei der Weiterverwendung der D-Mark deutlich gesunken. Dass es Sinn mit seinen wissenschaftlichen Expertisen auch als Privatmann durchaus ernst nimmt, beweist sein Bekenntnis, dass er persönlich noch immer in D-Mark rechnet.

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Kategorien: Deutschland, Wirtschaft & Finanzen

Kommentare (11)

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  1. blacksun87 sagt:

    Und die Gutmenschen wollen uns wieda den Euro als gut verkaufen :D

  2. Gerswind sagt:

    Diese “Neujahresansprache”, also Erich wäre Stolz!

    MvG

  3. Munin sagt:

    Na,na…hat da etwa jemand Angelas Neujahrsrede verpasst!

  4. Munin sagt:

    Das ist jetzt kronologisch dumm gelaufen.

  5. Bürgerbewegung Pro Daumen sagt:

    Euro ist das eine Thema und feiert das 10jährige Jubiläum.
    Mindestens ebenso schlimm aber war die Umwandlung von EG zu EU vor 25 Jahren. Es bedeutete vor allem Freizügigkeit für das Großkapital und die Produktivsklaven. Die Befürchtungen bezüglich Unmengen Gastarbeiter trafen tatsächlich weniger ein; die Folgen des Turbo-Kapitalismus mit Betriebsverlagerungen ins Billigausland und natürlich mit der Bildung gewaltiger Spekulationsblasen spüren wir inzwischen sehr deutlich.

    Interessant auch die Parallelen zwischen Euro vor 10 Jahren und EG/EU vor 25 Jahren: Es wurde gelogen, es wurde zusätzlicher Wohlstand versprochen und es wurde eine einseitige, totalitäre Diskussion geführt.

    Viel ist von der Demokratie in der BRD nicht mehr übrig!

  6. Wer nicht in DM rechnet ist selbst schuld. Ich tue das immer noch und werde es tun bis dieses Esperanto-Geld endlich beseitigt ist. Denn nur dann sieht man, was für eine unglaubliche De-Facto-Preissteigerung es in den letzten 10 Jahren durch den Euro gegeben hat. Oder hat ein Liter Milch vor dem Euro zwischen 1,15 und 2,50 DM gekostet? Ein Weizenbier im Lokal zwischen 8 und 12 DM? Ein Brot über 2,50 DM?
    Aber die dumme Masse der BRD-Lemminge wählt die Deutschland-Vernichter auch im neuen Jahr sicher wieder zu 95% und hat daher alles verdient was auf es zukommt.

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