Finanzen: Hedgefonds rechnen mit Zusammenbruch des Euro

| 4. Februar 2012 | 11 Kommentare

Berlin/Athen/Lissabon (DE) – Sie haben fast unbegrenzt viel Geld, sie haben kein Gewissen und keine Hemmungen. Hedgefonds zocken was das Zeig hält.

Gäbe es eine Rendite auf den Weltuntergang, so würde wohl auch noch auf diesen gewettet. Hedgefonds sind dafür bekannt, dass sie nur investieren um kurzfristig hohe Profite abzukassieren. Dabei ist ihre Einstellung oftmals einfach nur ganz simpel: Nach mir die Sintflut!

Auch bei der maroden Kunstwährung Euro wird kräftig mitspekuliert. Mittlerweile gehen aber immer mehr Hedgefonds davon aus, dass es mit der Krisenwährung nicht mehr lange geht. So werden immer mehr Kreditausfallversicherungen, sogenannte Credit Default Swaps (CDS), für  (Euro-) Staaten abgeschlossen. Offenbar glaubt man nicht mehr an Griechenland oder Portugal. Man spiele, so berichtet NZZ ONLINE, verschiedene Szenarien für die Eurozone durch. Gehandelt wird dabei über asiatische Banken. Bei europäischen Geldhäusern ist man sich nicht mehr sicher, ob hier das Risiko von Verlusten nicht doch zu hoch ist.  Schließlich retteten am Anfang Banken andere Banken, dann kam Lehman Brothers 2008 und dann begannen Staaten Banken zu retten. Nun retten Staaten andere Staaten. Doch wer rettet am Ende die Retter?

Mittlerweile werden sogar die alten Portfolios aus Zeiten von Deutscher Mark und Drachme hervorgeholt. Man will auf möglichst jeden Fall gefast sein. Experten rechnen mit unkalkulierbaren Folgen, je später es wird bis der Euro endgültig den Geist aufgibt. Dies dürfte spätestens bei einem Zahlungsausfall Deutschlands der Fall werden. Eine erste Ratingagentur hat die hochverschuldete Bundesrepublik – völlig zu Recht – bereits abgestuft. Doch eines ist auch klar: Wenn es soweit ist, kann kein Plan die totale Sicherheit garantieren. Die Zeiten werden härter auch wenn man in der Bundesrepublik von der anrollenden Tsunamiwelle des Eurodebakels bislang erst ein paar kleine Spritzer zu spüren bekam. Die Szenarien, die die Hedgefonds durchrechnen, reichen von Einbrüchen am Aktien- oder Ölmarkt bis zu einer Rally beim Goldpreis.

Wie NZZ berichtet gibt es bereits Notfallpläne, wo „man als erstes raus muss“. Sprich aus welchem Land man sein Geld abziehen sollte. Geschäfte mit Euro würden derzeit „auch proaktiv gehandelt“, also sprich „in europäischen Aktien oder im Euro muss ich mich gerade nicht übermäßig engagieren.“, wie ein Experte gegenüber NNZ ONLINE formulierte.

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Kategorien: Wirtschaft & Finanzen

Kommentare (11)

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  1. Böser Gutmensch sagt:

    Ein NPD-Verbot wird alle Probleme lösen. Von der Eurokrise über den Fußpilz bis zum Klimawandel. Weltweit und für immer.

  2. Parteienversteher sagt:

    Schön geschrieben – da keimt doch der Vergleich auf: Die SPD ist ein politischer Hedgefonds. Auch hier geht es nur um die Pöstchen der laufenden Legislaturperiode von Leuten, die entweder keine Kinder haben oder nur eines und das bereits einen Fuß in Richtung USA ausgestreckt hat, denn nach dem politischen Werk, das wir gerade bei den sog. Volksparteien erleben, gibts wirklich hinterher nur noch die Sintflut. Denn von dem, was der Amtseid eigentlich schützen will, lassen die nicht viel übrig.

    • Meckerer sagt:

      Amtseid ist in der Links-BRD nur eine Floskel zum Betrug a, eigenen Voik und SPD-Wähler. Gas-Gerd hat das vorgemacht, Hedgefonds voran hmmm, und Sozi Brandt auch. Wen in dieser Republik ein Politiker aller Parteien schwört ist es im voraus Meineid.

  3. ” Die Welt will betrogen sein, drum sei sie betrogen ”

    ( Martin Luther )

  4. Roggenmuhme sagt:

    WER STIRBT, DER SPART:

    Angst vor Euthanasie: Hollands Senioren flüchten nach Deutschland

    von Inge09 Pro @ 04.02.2012 – 21:01:26

    “Bocholt – Ein Wohn- und Pflegeheim für deutsche und holländische Senioren soll im Bocholter Stadtteil Suderwick entstehen. Das berichtete die “Rheinische Post”. Das Pilotprojekt soll dem Wunsch vieler Niederländer entgegen kommen, ihren Lebensabend in Sicherheit zu verbringen. Die Angst, Opfer des neuen Euthanasie-Gesetzes in den Niederlanden zu werden, ist groß. Eine Studie der Universität Göttingen ergab, dass in Holland jährlich über 4000 Menschen durch Sterbehilfe getötet werden; in jedem vierten Fall geschieht dies ohne Einwilligung des Patienten.

    Die Studie basiert auf einer Analyse von insgesamt 7.000 Todesfällen. In 41 Prozent der Fälle ging der Wunsch, das Leben des Patienten zu beenden, von den Angehörigen aus. 14 Prozent der Getöteten waren vor ihrem Tod bei Bewusstsein und voll urteilsfähig. Elf Prozent wären in der Lage gewesen, eine Entscheidung zu treffen, wurden aber nicht gefragt. Die Ärzte gaben als Hauptgrund für die Sterbehilfe vor allem “keine Aussicht auf Besserung” (60 Prozent) an. Als zweiter Grund wurde die Unfähigkeit der Angehörigen, mit der Situation fertig zu werden, angegeben (32 Prozent).”

    Was muss denn noch alles passieren?
    Kriegen wir dann mit dem Rentenbescheid die Zyankalipille zugeschickt?,

    http://www.kath.net/

    • Parteienversteher sagt:

      Vom führenden Industrieland der Welt zum führenden Versorgungsland der Welt. Hauptsache Weltspitze. Produktivität war gestern. Damit bin ich überhaupt nicht gegen die gute Betreuung von Älteren – ich möchte nur auf die Verschiebung der Parameter aufmerksam machen. Seit Jahren steigen die Posten für Gesundheit und Soziales, während Forschungsinvestitionen stagnieren und Ausgaben für die innere und äußere Sicherheit zurück gefahren werden. Alles auf der Seite der Bundesregierung einzusehen. Tolles Land, super Politik. Und mit fadenscheinigen Ausreden wird immer wieder eine aktive Bevölkerungsförderungspolitik verzögert.

  5. Treueschwur sagt:

    Der Euro ist nicht schwach. Stattdessen befinden wir uns in einem monitären Krieg zwischen dem Dollar und dem Euro. Die tatsächlich deutschen Transferzahlungen fließen nicht in die Kassen Griechenlands, sondern in die jene von Dollar-Strohfiguren, bei deren Hintermännern Griechenland verschuldet ist. Durch diese Schwächungsmaßnahmen des Euro werden private Kapital- und Fonds-Anleger genötigt, aus dem Euro raus in den Dollar zu investieren. Diese US-Währung wird gestützt nicht mehr durch die eigene, weil eben schwächelnde Inlandswirtschaft, sondern durch den immer gewaltiger werdenden aktiven US-Militärapparat, so daß es zum Krieg mit dem von Rußland und China gestützten Iran kommen müßte, könnte, besser nicht sollte…oh weh!

    • Ralle sagt:

      Der Euro ist nicht schwach, wenn man ihn mit dem Dollar vergleicht. Der Dollar selbst ist aber schon lange nicht mehr stark, somit liegt die Schwäche des Euros, immer im Auge des Betrachters :-)

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